Übung » Medizinisches und naturwissenschaftliches Grundverständnis

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Bilirubin ist ein ausgesprochen toxischer Stoff für das Gehirngewebe. Es hemmt im Gehirn die oxidative Phosphorylierung und damit die Energiegewinnung. Dies führt zu einem massiven Untergang von Gehirnzellen insbesondere in den Basalganglien.

Um das Gehirn vor solchen toxischen Stoffen zu schützen, gibt es die Blut-Hirn-Schranke. Diese schützt das Gehirn vor allen wasserlöslichen Stoffen. Fettlösliche Stoffe sind allerdings sehr gut in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.

Beim Abbau von Erythrozyten entsteht freies indirektes Bilirubin. Dieses ist sehr gut fettlöslich, aber kaum wasserlöslich. Aus diesem Grund wird es im Blut sofort an Albumin gebunden. Das Albumin kann allerdings nur eine bestimme Menge an indirektem Bilirubin binden. Die gesamte Bindungskapazität ist also durch die Menge an Albumin begrenzt. Der Komplex aus indirektem Bilirubin und Albumin ist sehr gut wasserlöslich, aber nicht fettlöslich.

Dies dient dem Transport zur Leber. In der Leber wird das indirekte Bilirubin in direktes Bilirubin umgewandelt. Das direkte Bilirubin ist ebenfalls nur wasserlöslich und wird dann über den Darm ausgeschieden.

Albumin selbst wird in der Leber synthetisiert. Allerdings ist die Syntheseleistung der Leber beschränkt und insofern ist immer nur eine begrenzte Konzentration von Albumin im Blut vorhanden.

Welche Aussage lässt sich aus dem Text nicht ableiten?

  1. Da direktes Bilirubin wasserlöslich ist, kann es nicht in das Gehirn eindringen und hat somit keine Auswirkung auf das Gehirn.
  2. Das Absinken der Albumin Konzentration hätte eine Verringerung der gesamten Bindungskapazität des Albumins zur Folge. Dadurch könnte nicht mehr das gesamte indirekte Bilirubin gebunden werden. Aufgrund seiner Fettlöslichkeit könnte es in das Gehirn eindringen und dort schwere Schäden hervorrufen.
  3. Theoretisch müsste die Gabe von Albumin die gesamte Bindungskapazität durch Albumin erhöhen. Es kann also mehr indirektes Bilirubin gebunden werden.
  4. Durch den Abbau von Erythrozyten wird indirektes Bilirubin frei. Dies kann ab einer gewissen Menge nicht mehr durch Albumin gebunden werden und in das Gehirn eindringen, wo es massive Schäden hervorrufen kann. Diese Erkrankung nennt man Kernikterus. Diese Aussage stimmt nicht!
  5. Ohne Blut-Hirn-Schranke könnten sowohl fettlösliche als auch wasserlösliche Stoffe ins Gehirn eindringen. Insofern könnte sowohl direktes als auch indirektes Bilirubin ins Gehirn gelangen.